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Ahnenforschung leicht gemacht - Teil 4

Aktualisiert: 5. Juni 2021

Die Forschung in Kirchenbüchern

Immer mehr Menschen entdecken für sich die Familienforschung als Hobby und möchten so den eigenen Wurzeln auf die Spur kommen. Namen, Geburts-, Hochzeits- und Sterbedaten der Großeltern lassen sich dabei meist noch ohne größeren Aufwand innerhalb der eigenen lebenden Verwandtschaft klären. Doch schon bei den Urgroßeltern kann es schwierig werden. Über Herkunfts- oder Wohnsitzangaben lassen sich Recherchen vor Ort organisieren – vor allem beim zuständigen Standesamt. Die Daten, die man hier erhält, sind meist sehr genau, reichen zurück bis 1939 und geben ihrerseits wieder Hinweise auf frühere Vorfahren. Wer auch denen nachforschen will, kommt spätestens dann an den Tauf-, Trauungs- und Beerdigungsbüchern der jeweiligen Kirchengemeinden nicht vorbei.


Während in Deutschland das Personenstandswesen bereits 1875 flächendeckend in staatliche Hände überging, geschah dies in Österreich erst 1939. Seitdem müssen Geburten, Trauungen oder Todesfälle beim Standesamt der jeweiligen Gemeinde angezeigt und namentlich erfasst werden. Davor war dies Sache der Kirchen. Daher spielen die Religionsgemeinschaften, mit ihren kirchlichen Archiven, heute bei der Ahnenforschung (Genealogie) nach wie vor eine wichtige Rolle – vor allem dann, wenn ein Familienstammbaum sehr weit zurückverfolgt werden soll.

Digitalisierte Kirchenbücher

Wenn man, wie ich, vor über 20 Jahren mit der Ahnenforschung begonnen hat, weiß man, wie mühevoll sich die Suche nach den Ahnen gestaltet hat. Damals musste man noch die Pfarren oder die Landesarchive aufsuchen. Seit einigen Jahren sind die Kirchenbücher in Österreich flächendeckend digitalisiert. Die Erforschung der eigenen Familie kann nun auch dann online erfolgen, wenn Archive und Bibliotheken normalerweise längst geschlossen haben.


Erste Anlaufstelle für Ahnenforscher sind die drei Kirchenbücher, die sogenannten Matriken.


Geburten- oder Taufbuch

Im Geburtenbuch kann man den vollständigen Namen und das Geschlecht des Kindes, den Ort, das Datum und die Uhrzeit der Geburt und der Taufe sowie die Namen der beiden Elternteile und die Religionszugehörigkeit herausfinden. Die Sperrfist beträgt 100 Jahre ab der Geburt. Daher können nur Daten bis 1920 eingesehen werden.


Trauungsbuch Aus diesem Register kann man den Tag und den Ort der Eheschließung und die vollständigen Namen eines Paares erfahren. Darüber hinaus findet man in der Regel ihre jeweilige Abstammung und das Alter der Brautleute. Die Sperrfist beträgt 75 Jahre ab Eintragung der Ehe.


Sterbebuch

Hier findet man den vollständigen Namen des Verstorbenen, Informationen zum Todeszeitpunkt (Ort, Datum und Uhrzeit) und gegebenenfalls auch die Todesursache. Das Sterberegister hat eine Sperrfrist von 30 Jahren ab der Eintragung des Todes.


Eine mittlerweile unentbehrliche Datenbank für Ahnenforscher ist Matricula Online. Es ist das größte frei und kostenlos zugängliche Portal seiner Art und stellt hunderte digita­lisierte Kirchenbücher zur Verfügung; es finden sich Einträge aus Österreich, Deutschland, Luxemburg, Polen, Serbien und Bosnien. In Summe können die Nutzer auf Daten aus rund 4.000 Pfarren zugreifen. Das entspricht etwa 30 Millionen digitalisierten ­Seiten aus Büchern, deren Einträge teilweise bereits Ende des 16. Jahrhunderts beginnen.


Die Suche in der Datenbank ist zunächst nicht ganz einfach, denn es kann (noch) nicht nach Stichworten bzw. Namen gesucht werden. Alles läuft über die Ortssuche; das heißt, es muss bereits klar sein, in welcher Pfarre die Person geboren wurde, wohnhaft war oder gestorben ist. Viele dieser Kirchenbücher verfügen über einen Index, also eine Art ­Inhaltsverzeichnis. Diese Indizes sind entweder am Ende des jeweiligen Buches zu finden oder aber in eigenen Büchern zusammengefasst.


Heißer Tipp: Daten und Orte außerhalb von Österreich, die auf Matricula nicht zu finden sind, können im Katalog von FamilySearch vorhanden sein. Das Archiv der Mormonen enthält manchmal zusätzliche Datensätze.


Im nächsten Teil der Serie beschäftigen wir uns mit den Schriften in Kirchenbüchern.


Links zu Matricula Online und anderen nützlichen Datenbanken finden sie unter


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